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KLASSENSIEG UND GESAMTRANG ZWÖLF FÜR DAVID JAHN BEIM 24H-RENNEN AUF DEM NÜRBURGRING -

DER ETWAS ANDERE RENNBERICHT

22. JUNI 2014

 

 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Zum 24h-Rennen am Nürburgring habe ich mir überlegt, einen etwas anderen Rennbericht zu schreiben. Ich berichte Euch vom Wochenende aus meiner persönlichen Sicht und erzähle Euch von meinen Eindrücken von diesem sehr langen Rennwochenende.

 

Am Dienstag fuhr ich zur optimalen Vorbereitung erstmal mit meinem Motorrad durch den Pfälzer Wald, um mich wieder an wenig Auslaufzonen zu gewöhnen ;)

 

Mittwoch reiste ich dann zum Nürburgring und es standen die übliche Dokumenten- und Klamottenabnahme auf dem Programm. Schon vor dem eigentlichen Beginn des Rennwochenendes konnte man den Jungs von Black Falcon ansehen, dass Schlaf die letzten Tage ein seltenes Vergnügen war. Speziell unser technischer Leiter Nico Driedinger war und ist mit so viel Herzblut dabei, dass er wahrscheinlich jetzt noch nicht geschlafen hat, sondern lieber die kleinen Problemchen am Auto analysiert. Natürlich hatten wir noch eine Vorbesprechung mit unserem Ingenieur Sven Böckmann in der wir grob besprochen haben, wer wann im Auto sitzen wird. Abends hieß es dann nicht zu spät ins Bett gehen und schon einmal für die kommenden Tage vorschlafen.

 

Am Donnerstag stand dann das Freie Training und das Erste der beiden Qualifyings auf dem Programm. Da unser Auto nach dem vierten VLN-Lauf Kernschrott war und auf einer neuen Rohkarosse aufgebaut wurde, mussten wir erstmal ein paar Runden fahren und testen, ob das Auto genauso schnell ist wie bisher. Das war leider nicht der Fall und wir mussten die Köpfe zusammenstecken und überlegen, woran das liegen könnte. Bis zum Nacht-Qualifying haben wir dann Änderungen am Setup vorgenommen, welche aber noch nicht die gewünschte Verbesserung brachten. Somit waren wir nach dem ersten Qualifying nur auf Position sieben in unserer Klasse SP7 und damit natürlich nicht zufrieden. Zum Ende der Session fuhr ich noch eine Runde in der Dunkelheit, um mich wieder daran zu gewöhnen, da meine letzten Runden bei Nacht schon zwei Jahre zurücklagen. Zum zweiten Zeitfahren am Freitag sollte aber alles besser werden.

 

Nach erneuten Änderungen am Fahrzeug-Setup gingen wir optimistisch in das zweite der beiden Qualifyings. Ich fuhr 15 Minuten vor Ende der Session mit einem frischen Reifensatz auf die Strecke, um zwei fliegende Runden mit relativ wenig Verkehr zu fahren. Leider hatte ich in beiden Runden Pech und musste bei einer Gelbphase das Tempo rausnehmen. Somit war eine Verbesserung unserer Startposition nicht mehr möglich. Trotzdem zogen wir ein positives Fazit, denn das Fahrverhalten hatte sich deutlich verbessert. Am Abend schaute ich mir mit meinem Kollegen noch das Top 30-Qualifying an. Wir staunten nicht schlecht über den neuen Streckenrekord.

 

Im Warm Up am Samstagmorgen fuhr nur Hannes Plesse einen kurzen Funktionscheck auf dem Grand Prix-Kurs und ich konnte zum Glück ausschlafen.

 

Um 13:30 ging es dann in die mal wieder gut besuchte Startaufstellung. Aber es ist immer wieder toll so viele Fans auf der Start und Ziel-Geraden zu sehen. Den Start um 16:00 Uhr fuhr Andy Weishaupt. Er machte einen tollen Job und konnte uns von P40 im Gesamtklassement schon nach kurzer Zeit auf P33 und P3 in der Klasse vorfahren.

 

Ich war als letzter von uns vier Fahrern an der Reihe und ging um 20:30 Uhr in den Porsche. Mein Stint über 9 Runden war super und hat viel Spaß gemacht. Ich hatte nur zwei Gelbphasen, konnte einen guten Rhythmus finden und den Vorsprung auf die starke Konkurrenz ausbauen. Dann brach die Nacht über dem Nürburgring herein...

 

Mein nächster Einsatz war für 02:00 Uhr geplant und ich konnte mich nach einem leichten Abendessen hinlegen und ein wenig schlafen. Ab 01:00 Uhr war ich dann wieder startklar in der Box und wartete auf meinen nächsten Stint. Um 02:30 Uhr war es dann endlich wieder soweit und mein Nachtstint konnte losgehen. Ich freute mich drauf, aber ich muss sagen es hat leider nicht sehr viel Spaß gemacht. Die nächsten 1,5h waren geprägt von heftigen Unfällen, einer an vielen Stellen verschmutzten Fahrbahn und Fahrern mit sehr interessanten und unberechenbaren Rennlinien. Zum Glück konnte ich mich aus allem raushalten und das Auto gegen 04:00 Uhr wieder an Andy übergeben. Maik, Hannes, Andy und ich wechselten uns in den weiteren Stunden natürlich immer wieder ab und fuhren alle fehlerfreie Stints ohne jegliche Probleme.

 

Wir lagen seit dem späten Abend auf der ersten Position in unserer Klasse, mussten aber weiterhin immer pushen, um den Vorsprung zu verwalten. Dieser schrumpfte manchmal bis auf einige Sekunden und vergrößerte sich dann wieder auf bis zu drei Minuten.

 

Etwa drei Stunden vor Rennende hatten unsere härtesten Konkurrenten einen technischen Defekt und verloren dabei ca. 30 Minuten. Dadurch konnten wir ein klein wenig das Tempo rausnehmen und unser Material schonen. Dennoch waren wir alle angespannt, da wir nur noch hofften, dass bei unserem GT3 Cup die Technik hält und wir ohne Probleme durchkommen

 

Um kurz nach 16:00 Uhr dann die Erlösung und riesige Freude über den Klassensieg in der mit 21 Fahrzeugen sehr starken SP7-Klasse und einen 12.(!) Gesamtrang mit einem Cup-Auto bei über 30 gestarteten leistungsstärkeren GT3-Fahrzeugen. Wir sind super glücklich über dieses tolle Ergebnis! Vor dem Wochenende hatte ich da so meine Bedenken, da wir im vergangenen Jahr schon auf den 15. Platz gefahren sind und ich mir nicht so richtig vorstellen konnte, dass da noch mehr geht...aber offensichtlich ging da noch was.

 

Mein Dank geht zuerst einmal natürlich an das gesamte Team von Black Falcon! Die Mädels und Jungs haben einen Mega Job gemacht und uns ein perfektes Auto, eine perfekte Verpflegung und eine tolle Atmosphäre gegeben. Des Weiteren möchte ich auch unserem Ingenieur Sven Böckmann danken, der 24 Stunden lang an der Boxenmauer saß und immer den Durchblick hatte, was gerade abseits der Strecke passiert. Zu guter Letzt danke ich meinen Fahrerkollegen Maik Rosenberg, Hannes Plesse und Andreas Weishaupt! Ohne euch Jungs wäre dieser tolle Erfolg nicht möglich gewesen.

 

DANKE!

 

Jetzt steht eine kleine Sommerpause an, bis es dann im August am Slovakiaring mit dem nächsten Rennwochenende des ADAC GT Masters weitergeht.

 

Bis dahin,

Viele Grüße                    

 

David

 

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